Grundlagen, Zielsetzung, Handlungsfelder

Sachausschuss Soziales und gesellschaftliche Gerechtigkeit

I. Grundlagen

Aus dem Positionspapier des Diözesankomitees zur Generationengerechtigkeit:

"Generationen-Gerechtigkeit ist zum Schlüsselwort aller Überlegungen unserer Gesellschaft gewor­den.

Es gilt, das Verhältnis der Generationen zueinander unter den Maßstab der Gerechtigkeit zu stellen. Lasten und Chancen in unserem Land und weltweit sind nicht gerecht verteilt. Wir wissen schon lange, dass heutige Generationen auf Kosten nachwachsender Generationen leben.

Das Diözesankomitee der Katholiken als wertebezogene Gestaltungskraft an der Schnittstelle zwi­schen Kirche und Gesellschaft stellt deshalb an sich selbst und an alle die Frage:

‚Was müssen wir heute tun, um künftigen Generationen eine lebenswerte Zukunft zu ermöglichen?’"

Aus dem Sozialwort der Kirchen:

(36) Die vielfältigen Veränderungen und Umbrüche wirken sich in unterschiedlicher Form und Inten­sität auf nahezu alle Lebensbereiche aus. Sie sind verbunden mit Zukunftschancen, haben zugleich aber auch zu Problemen und Erschwernissen für viele Menschen geführt. Sie machen es nötig, bishe­rige Gewohnheiten, Überzeugungen und scheinbare Selbstverständlichkeiten auf ihre Tragfähigkeit zu prüfen, und dies auf deutscher, europäischer und globaler Ebene. Das vereinigte, aber noch längst nicht zusammengewachsene Deutschland steht vor der Frage, wie bei der notwendigen Angleichung der Lebensverhältnisse zwischen West und Ost die sozial und ökologisch verpflichtete marktwirt­schaftliche Ordnung weiterentwickelt werden kann, welche Reformen nötig sind, um die anhaltende Massenarbeitslosigkeit zu überwinden und das System der sozialstaatlichen Sicherung zu bewahren, und inwieweit ein grundsätzliches Umdenken und Umsteuern erforderlich ist, um die Herausforderun­gen der Zukunft zu bestehen. Auf europäischer Ebene stellt sich die Aufgabe, die wirtschaftliche Integ­ration durch die Währungsunion, eine gemeinsame Innen- und Rechtspolitik sowie Außen- und Sicherheitspolitik zu vertiefen und das Einigungswerk mit einer politischen Union zu vollenden. Gleich­zeitig müssen sich Idee und Praxis der Friedenssicherung durch politische Integration, die in den ver­gangenen 40 Jahren in Westeuropa entwickelt wurden, auch in Mittel- und Osteuropa bewähren. Dies schließt die Bereitschaft ein, mittel- und osteuropäische Länder bei den schwierigen Transformations­prozessen in eine freiheitliche Demokratie und marktwirtschaftliche Ordnung nach Kräften zu unter­stützen. Auf der globalen Ebene geht es schließlich darum, in gemeinsamer Verantwortung und Part­nerschaft eine solidarische, gerechte und darum tragfähige Ordnung zu schaffen, die geeignet ist, die im Gang befindlichen und absehbaren Veränderungen zum Nutzen aller zu gestalten und eine nach­haltige, d. h. zukunftsfähige Entwicklung nicht zuletzt der armen Länder zu ermöglichen.

6.1 Das eigene wirtschaftliche Handeln der Kirchen

(244) Die Kirchen sind als Arbeitgeber, Eigentümer von Geld- und Grundvermögen, Bauherr oder Betreiber von Einrichtungen und Häusern auch wirtschaftlich Handelnde. Sie können nicht Maßstäbe des wirtschaftlichen Handelns formulieren und öffentlich vertreten, ohne sie auch an sich selbst und das eigene wirtschaftliche Handeln anzulegen. Mit Recht wird dies als eine Frage der Glaubwürdigkeit angesehen. Die Glaubwürdigkeitsforderung erledigt allerdings nicht die Auseinandersetzung mit den Einsichten und Forderungen, die eine Person oder Institution vertritt. Solche Einsichten und Forderun­gen behalten, wenn sie wohlbegründet sind, ihre Gültigkeit, auch wenn die, die sie vertreten, selbst an ihnen scheitern.

II. Zielsetzung:

Der Sachausschuss ist mit seinem Themenfeld Beratungsorgan für die Vollversammlung und den Vorstand. Für die Mitglieder des Diözesankomitees, die Verbände und Räte, dient er dem Informa­tionsaustausch und der Koordination. Der Sachausschuss bereitet Initiativen und Stellungnahmen des Diözesankomitees vor. Er soll sich 2 – 3 mal im Jahr treffen und zu bestimmtem Themen Fachtagun­gen organisieren (z.B. Arbeitsmarktpolitik und Benachteiligte 2003)

Er soll die innerkirchliche Handhabung von Sozialem und Gerechtigkeit beobachten, damit Kirche glaubwürdig bleibt.

Ziele aus dem Thesenpapier "Generationengerechtigkeit"

1. Arbeitslosigkeit kann nicht ausschließlich über Wachstum abgebaut werden! Das Beispiel der Bundes­republik Deutschland zeigt, dass sich nach jeder wirtschaftliche Aufschwungphase die Arbeitslosigkeit auf einem höheren Niveau etabliert.
2. Die ausschließliche Fixierung auf Erwerbsarbeit muss überwunden werden, durch Aufwertung von Familien-, Pflege-, Gemeinwesen- und ehrenamtlicher Arbeit und man muss davon leben können.
3. Soziale Sicherung muss von der ausschließlichen Bindung an Erwerbarbeit entkoppelt werden.

III. Handlungsfelder:

  • 10 Jahre Sozialwort – Wie geht es weiter?
  • Rentenmodell/Grundeinkommen
  • Auswirkungen von Hartz IV.
    (Es war lange Konsens, dass Leitgedanke sozialen Handelns das soziokulturelle Existenzmini­mum war, heute ist es das physische Existenzminimum. - Prekariat.)
  • Vereinbarkeit von Familien- und Erwerbsarbeit
  • Generationengerechtigkeit / Umbrüche in der Gesellschaft

Münster, 11. Mai 2007

Diözesankomitee
der Katholiken

Lisa Rotert (Geschäftsführerin)
Rosenstr. 17, 48143 Münster
Tel.: 0251 495 17081
Fax: 0251 495 17083
dioezesankomitee@bistum-muenster.de






Gedanken zum Slogan