Generationengerechtigkeit aus der Sicht der Sachausschüsse

Sachausschuss Ethik und Umwelt

Wie sehr das Thema Generationengerechtigkeit alle Lebens- und Politikbereiche betrifft, wird auch in den folgenden Beiträgen der Sachausschüsse des Diözesankomitees deutlich:

Wie erhalten wir die Erde mit ihren lebenswichtigen Ressourcen jetzt und für die nächste Generation? An der Energiepolitik ist zu sehen, ob wir die Frage ernst meinen oder nicht! Die Mitglieder des Sachausschusses fassen ihre Thesen wie folgt zusammen:

Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für heutige und zukünftige Generationen zählt auch im 21. Jahrhundert zu den größten politischen Herausforderungen. Dabei ist die Energiepolitik der Schlüssel zu dieser Entwicklung. Daraus ergeben sich folgende Forderungen:

  • Potenziale zur Energieeinsparung und zur Erhöhung der Energieeffizienz sind systematisch zu nutzen und auszubauen.
  • Der Anteil der regenerativen Energieträger aus Sonne, Wind, Wasser und Biomasse ist massiv auszubauen.
  • Energieträger mit hoher Emission wie Kohle sind kurzfristig durch emissionsärmere Energieträger wie Erdgas zu ersetzen.


Der Umweltschutz ist in Deutschland inzwischen ein bedeutender Arbeitsfaktor geworden. Die Bundesrepublik befindet sich auf dem Weg zu einem Land, das ökologische Innovationen in alle Welt exportiert.

  • Steuerungsinstrumente hin zu einer ökologischen und sozialen Marktwirtschaft haben sich bewährt und sind weiter auszubauen.
  • So müssen z.B. für Flugbenzin dringend realistische Preise im Vergleich mit anderen Verkehrsmitteln vereinbart werden.

Hier folgt die ausführliche Fassung mit Erklärungen:

Der Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen für heutige und zukünftige Generationen zählt auch im 21. Jahrhundert zu den größten politischen Herausforderungen. Die brennendsten Probleme sind die Veränderungen der Atmosphäre und des Klimasystems, die sinkende Qualität und Verknappung von Böden und Trinkwasser, das Artensterben, die Urbanisierung, die Verkehrsentwicklung sowie das Ausmaß des Bevölkerungswachstums. Es gibt erste positive Ansätze und eine Sensibilität an den Problemen zu arbeiten. Gleichzeitig steigen die Belastungen von Klima und Umwelt im Zuge der industriellen Entwicklung in vielen Ländern weiterhin rasant an. Katastrophen wie in New Orleans zeigen deutlich die Grenzen der Beeinflussbarkeit der Natur durch die Menschen.

Appelle reichen nicht mehr! Es mangelt am politischen Willen! Das wird besonders deutlich, wenn die internationale Dimension in den Blick genommen wird – siehe Thesen des Sachausschusses Entwicklung-Frieden-Mission!

Um einer kommenden Generation ein funktionierendes Gemeinwesen zu übergeben, ist sowohl jeder Einzelne als auch Politik und Gesellschaft gefragt. Dabei gilt es, nicht in Theorien stecken zu bleiben, sondern die Erkenntnisse in praktisches und politisches Handeln umzusetzen.

Auf diesem Hintergrund ist das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung ein notwendiges Grundprinzip nationaler und internationaler Politik. Es zielt darauf, wirtschaftlichen Wohlstand zu ermöglichen, für sozialen Ausgleich zu sorgen und die natürlichen Lebensgrundlagen für zukünftige Generationen zu erhalten. Die Energiepolitik ist der Schlüssel für diese Entwicklung. Der Weltenergiebedarf steigt und gleichzeitig entstehen natürliche Verknappungen, die bereits im Jahr 2005 zu Energiepreissteigerungen von 20 Prozent geführt haben. Daraus ergeben sich folgende Thesen und Forderungen:

1. Klimaschutzstrategie entwickeln

Es gibt ein großes Potential zur Energieeinsparung, die in vielen Fällen langfristig attraktiv sind. Eine steigende Erhöhung der Energieeffizienz durch staatliche Programme ist die beste Klimaschutzstrategie.

2. Regenerative Energieträger ausbauen

Der Anteil der regenerativen Energieträger aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse sind massiv auszubauen. Energieträger mit hoher Emmission wie Kohle sollten durch emmissionsärmere Energieträger wie Erdgas ersetzt werden.

3. Kohlendioxid senken

Mittelfristig werden Technologien zur Verfügung stehen, die Kohlendioxid auffangen (Kohlendioxidsenken) und in geologische Formationen einlagern. Diese Möglichkeiten müssen erforscht, entwickelt und genutzt werden.

4. Innovation steigern

Die Treibhausgase müssen innerhalb eines engen Zeitrahmens und in einem beträchtlichen Ausmaß gesenkt werden. Dies wird nur gelingen, wenn das Innovationstempo für technologische, wirtschaftliche und soziale Ansätze gesteigert wird.

5. Atomenergie ist ein zu großes Wagnis!

Die Kernenergie ist eine Energieform, der bisher jede Beherrschbarkeit bei Kriegen, Terrorismus und bei Fragen der Endlagerung fehlt. Das macht den Betrieb dieser Anlagen in der Bundesrepublik, aber besonders in Entwicklungsländern, zu einem großen Wagnis.

6. Ökologische und soziale Marktwirtschaft steuern

Die Marktwirtschaft muss nicht nur sozial, sondern auch ökologisch gesteuert werden. Denn die marktwirtschaftlichen Instrumente wie das Duale System, die Ökosteuer oder der Immissionshandel sind hervorragende Instrumente, um den Verbrauch von lebenswichtigen Gütern einen realistischen Preis zu geben. Diese Instrumente sind weiter auszubauen um die Marktwirtschaft nicht nur sozial sondern auch ökologisch zu steuern.

7. Umweltschutz als Arbeitsfaktor ausbauen

Bei allen Katastrophenszenarien ist der Umweltschutz in der Bundesrepublik ein bedeutender Arbeitsfaktor geworden. Insgesamt sind bereits 3,8 Prozent der Beschäftigten im Umweltschutz mittelbar oder unmittelbar tätig. Manche Firmen haben zweistellige Zuwachsraten. Die Bundesrepublik befindet sich auf dem Weg zu einem Land, das ökologische Innovation in alle Welt exportiert.

Diözesankomitee
der Katholiken

Lisa Rotert (Geschäftsführerin)
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