Amoris Laetitia: "Über dem Gesetz steht die Barmherzigkeit"

"Es handelt sich um einen zutiefst humanen Text, der die christliche Lehre entfaltet und leidenschaftlich zu Ehe und Elternschaft ermutigt."

"Mit 'Amoris Laetitia' über die partnerschaftliche Liebe bringt Papst Franziskus kirchliche Lehre und die Lebenspraxis der Gläubigen wieder näher zusammen. Ohne die kirchliche Lehrverkündigung in Zweifel zu ziehen und mit klarem Bezug auf seine Vorgänger Johannes-Paul II. und Benedikt XVI. nimmt der Papst eine grundlegende Prioritätensetzung vor, wenn er schreibt: 'Der Weg Jesu ist der Weg der Barmherzigkeit und der Eingliederung'", so der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Prof. Dr. Thomas Sternberg.

"Mit seiner Feststellung, dass nicht alles durch lehramtliches Eingreifen entschieden werden muss, verlagert er die Kompetenzen zum Umgang mit Konflikten und Krisen auf die Ebene der Bistümer und Gemeinden. Er gibt der Gewissensentscheidung der Gläubigen und der Seelsorger neues Gewicht. Die pastorale Aufgabe liegt darin, die Gewissen zu bilden, nicht darin, sie zu ersetzen. Er verpflichtet Bischöfe Priester und Gläubige, Wege der vollen Kirchengemeinschaft zu suchen und wachsen zu lassen. Im Aufgreifen der Prioritätensetzung seines ersten Schreibens 'Evangelii Gaudium' betont er den Primat der Barmherzigkeit über eine 'kalte Schreibtischmoral': Die Nächstenliebe ist das vorrangige Gesetz der Christen. Damit ist eine Position gesetzt, hinter die keine Pastoralordnung, welcher Diözese auch immer, mehr zurück kann".

Auf 188 Seiten entfaltet der Papst ein Bild von Partnerschaft und Liebe, das das achte Kapitel über die Streitthemen vorbereitet. "Es handelt sich um einen zutiefst humanen Text, der die christliche Lehre entfaltet und leidenschaftlich zu Ehe und Elternschaft ermutigt: er ist unbedingt lesenswert!" so Sternberg weiter. "Ich rufe dazu auf, sich den ganzen Text zu eigen zu machen, der alle Männer und Frauen in der Kirche auffordert und befähigen will, menschlich glaubwürdig mit Ehe und Partnerschaft auch in Krisensituationen und im Scheitern umzugehen. Der Papst spricht uns allen eine hohe Kompetenz zu, Menschen in Beziehungen, Ehen und Familien zu beraten. Er rät den Klerikern, bei den Laien in Fragen von Ehe und Familie in die Schule zu gehen. Seine dringende Aufforderung zur pastoralen Unterscheidung gilt uns allen gemeinsam, sie ist Sache der einzelnen, der Gemeinden, der Diözesen und der ganzen Kirche in Deutschland."

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11.04.2016

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