Tagung zur Bistumspartnerschaft mit Ghana in Münster

Auf dem Podium berichteten, befragt von Tagungsleiter Dr. Christian Müller (2v.l.), Dr. Marko Kuhn (KAAD), Margret Lariba Arnheim und Pater Dr. Moses Assah Awinongya über die Fördermöglichkeiten ihrer jeweiligen Organisation für Menschen in Ghana.

Bistum Münster. Um die Wechselwirkung zwischen Bildung und Entwicklung ging es bei der Jahrestagung zur Partnerschaft zwischen dem Bistum Münster und der Kirchenprovinz Tamale in Nord-Ghana am 11. und 12. November im Franz-Hitze-Haus in Münster. Tagungsleiter Dr. Christian J. Müller zog ein positives Fazit und würdigte die "guten Zeichen, viel Energie und Kreativität".

In Zusammenarbeit mit dem Diözesankomitee der Katholiken sowie der Fachstelle Weltkirche beim Bistum Münster war ein abwechslungsreiches und informatives Tagungsprogramm entstanden, in dem das Grundthema "Bildung" aus vielen Blickwinkeln betrachtet wurde. So lernten die Teilnehmenden die Bildungslandschaft des westafrikanischen Landes ebenso kennen wie gute Beispiele für die Förderung schulischer, beruflicher und akademischer Bildung. Auch ein Einblick in die Bedeutung traditionellen Wissens wurde geboten.

"Bildungsförderung als Teil der Entwicklungszusammenarbeit"

Auf solche überlieferte Kenntnisse speziell auf dem Gebiet der Ernährung - etwa die Wirkung bestimmte Gewürze - wies Margret Lariba Arnheim in der Podiumsdiskussion zum Thema "Bildungsförderung als Teil der Entwicklungszusammenarbeit" hin. Die in Münster lebende Ghanaerin engagiert sich im kleinen, aber sehr regen Verein "Maaka" ("Hilfe").

Einer der Schwerpunkte seiner Arbeit im Norden Ghanas ist das Thema Gesundheit. Nach seinen Möglichkeiten finanziert der Verein Krankenversicherungen, gestaltet über Partner vor Ort Workshops und fördert den Kontakt zwischen Deutschland und dem afrikanischen Land, etwas mithilfe einer Grundschulpartnerschaft. Die Krankenschwester ist überzeugt, dass man die Lebensumstände für Kinder, Familien und andere Gruppen durch tatkräftige Bildungs-Hilfe verbessern kann.

Begabte junge Menschen fördern

Das sah Dr. Marko Kuhn, Referatsleiter Afrika beim Katholischen Akademischen Ausländerdienst (KAAD) aus Bonn, ganz genauso. "Es ist die beste Entwicklungshilfe, begabte junge Menschen zu fördern, damit sie nach einer akademischen Ausbildung schließlich in ihrem Heimatland Führungsaufgaben übernehmen und die Probleme vor Ort selber lösen können", stellte er das Konzept des KAAD vor, das darauf setzt, verantwortungsvolle Eliten aus den afrikanischen Reihen heranzubilden, damit ein "Entwicklungsland" sich aus eigenen Kräften entwickeln kann.

"Ihre Arbeit in den Partnerschaftsgruppen, -vereinen und Arbeitskreisen bleibt auch dann selbstverständlich weiter wichtig, wenn Sie möglicherweise eines Tages kein Geld mehr zu schicken brauchten", blickte Kuhn nach vorn.

"Bildung zum Leben"

Pater Dr. Moses Assah Awinongya, der mit den Tagungsteilnehmern abschließend Gottesdienst feierte, stellte auf dem Podium die Stiftung "Regentropfen" vor, die in Ghana derzeit etwa 200 Stipendien - "von der KiTa bis zur Universität" - vergeben hat. "Bildung zum Leben" sei ihr Ziel. So fördert sie auch Existenzgründungen, hat aber gerade ebenso eine Privat-Universität mit geringen Studiengebühren gegründet. "Was man sät, das wächst" überschrieb der Ghanaer Beispiele für erfolgreiche Förderung: Ein blinder Student, der bald als Lehrer arbeiten wird oder ein junger Mann, dem das Stipendium den Traum ermöglicht, Mediziner zu werden.

Träume ganz anderer Art bot nach der Diskussion die junge Schauspielerin Gifty Wiafe. Wo eben noch das Podium auf die Fragen der Zuhörenden geantwortet hatte, tanzte, sang, erzählte und trommelte sie in ihrem Solostück "Das liegt im Blut"?!. Die Produktion des münsterschen Cactus Junges Theater mit verschiedenen Kooperationspartnern nimmt einen andauernden, spannenden Perspektivwechsel zwischen Deutschland und Ghana vor, zwischen Kontinenten und Kulturen. Eine Bereicherung der besonderen Art - Tanz und Theater als Element der Bildungsarbeit - für die Tagung.

14.11.2016

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