Stegemann zu „Fridays For Future“: „Endlich im Sinne der jüngeren Generation handeln“

Bistum Münster. Für eine ehrliche Auseinandersetzung mit den Anliegen der „Fridays For Future“-Demonstrationen macht sich die Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster, Kerstin Stegemann, stark.

Statt pauschalem Verweis auf die Schulpflicht, so Stegemann im Mitteilungsblatt "Salzkörner" des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), sollten Politik und Gesellschaft endlich im Sinne der jüngeren Generation handeln und ohne weiteren Verzug Entscheidungen treffen, die die Auswirkungen des Klimawandels begrenzen. Stegemann zitiert dazu, was auf Plakaten gefordert wird: „Macht ihr eure Hausaufgaben, dann machen wir unsere“.

Junge Leute nutzen Einflussmöglichkeit

Die Kritik, dass das in der Unterrichtszeit stattfindende Demonstrieren "Schulschwänzen" sei, teilt die Diözesanvorsitzende nicht. So wertvoll die Schulpflicht sei, böten diese Demonstrationen doch eine von wenigen Möglichkeiten, auf die öffentliche Debatte Einfluss zu nehmen. Die jungen Leute dürften noch nicht wählen und könnten deshalb politische Prozesse nur sehr begrenzt mitgestalten. Stegemann nennt als Gegenargument zum Verpassen von Unterrichtsstoff positive Beispiele, wie die Umweltthematik in Unterricht behandelt werde. Auch fehlten freitags nicht immer die gleichen Schüler und Schülerinnen: Häufig gebe es regelrechte Einsatzpläne, damit der Unterrichtsausfall sich für die Einzelnen in Grenzen halte.

Auch katholische Jugendverbände unterstützten die Schüler-Demonstrationen. Stegemann weist darauf hin, dass dort das Thema vor allem durch inhaltliche Auseinandersetzungen bearbeitet werde, etwa durch konkrete Umweltschutz- Projekte. Die langjährige Forderung nach einer Absenkung des Wahlalters aus den Reihen der katholischen Jugend und damit die Beteiligung an politischen Entscheidungsprozessen sieht die Vorsitzende der Laienvertretung durchaus als Alternative zum Boykott der Schule. Mit dem Hinweis auf die auch durch den Einsatz der Freitags-Demonstranten mit initiierte Ausrufung des „Klima-Notstandes“ in Münster wirbt Stegemann dafür, auf die Jugendlichen zu hören und auch auf diese Weise dafür zu sorgen, dass bald alle wieder freitags im Unterricht anwesend sind.

Der Beitrag von Kerstin Stegemann im Internet: www.zdk.de

10.07.2019
Foto: Pixabay geralt

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