Neujahrsempfang 2014

Professor Lob-Hüdepohl im Gespräch im Bischof Genn.

Professor Lob-Hüdepohl im Gespräch im Bischof Genn.

Bistum Münster. Zu einem "aufgeklärt modernen" Umgang mit Menschen mit Behinderung hat der Berliner Sozialethiker Professor Dr. Andreas Lob-Hüdepohl aufgerufen. Menschen mit Beeinträchtigung sollten nicht nur dabei, sondern "mittendrin" im gesellschaftlichen Leben sein, forderte Lob-Hüdepohl am Samstag (11.01.2014) in Münster während des Neujahrsempfangs des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster. Er mahnte zudem, das Thema "Inklusion" nicht nur auf den Schulbereich zu reduzieren.

Lob-Hüdelpohl, der theologische Ethik an der Katholischen Fachhochschule in Berlin lehrt, verwies auf die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2006, die auch von Deutschland ratifiziert wurde: Sie sei ein Übereinkommen über die Rechte von Behinderten in allen Lebenslagen und Lebensbereichen. Die UN-Konvention fordere, dass Menschen mit Handicap in ihrer eigenen Rolle wahrgenommen, beteiligt und gleichberechtigt am Leben mit allen anderen teilnehmen können sollten.

Nach Darstellung des Festredners ist der Kern der Inklusion von Menschen mit Behinderung die Stärkung des Zugehörigkeitsgefühls durch "uneingeschränkte Teilhabe". Es gehe darum, gemeinsam zu leben, zu wohnen, zu arbeiten. Lob-Hüdepohl, der auch Mitglied des Zentralkomitees der Katholiken in Deutschland ist, wünschte sich überdies eine Teilhabe von Behinderten "an den normalen Vollzügen kirchengemeindlichen Lebens" – so etwa bei der Spendung von Sakramenten wie zum Beispiel der Firmung.

Dialogpreis für gute Taten

Bischof Dr. Felix Genn und die Bistumszeitung "Kirche+Leben" zeichneten im Rahmen des Neujahrsempfangs vier Einzelpersonen, Gruppen und Projekte zum insgesamt 13. Mal mit dem "Dialogpreis für gute Taten" aus. Vorgeschlagen waren 55 Kandidaten, über deren ehrenamtliches Engagement im Lauf des Jahres 2013 in "Kirche+Leben" berichtet worden war. - Ausgezeichnet wurden:

  • Matthias Ebert und Freunde mit ihrem Festival "Rock am Turm" in Coesfeld: Entstanden aus der kirchlichen Jugendarbeit organisieren sie alljährlich ein Musikfest gegen Extremismus und Intoleranz.
  • Das Projekt "Marischa" in Münster, initiiert von zwei Theologiestudierenden in Münster, die sich um Frauen auf Münsters Straßenstrich kümmern.
  • Die ehrenamtliche Malteser-Hospizgruppe Goch-Uedem-Xanten-Sonsbeck, in der rund 40 Frauen und Männer sterbenden Menschen beistehen – sei es im Krankenhaus oder in der heimischen Wohnung.
  • Das Projekt "El Camino 2013", bei dem im vergangenen Jahr rund 1.500 Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam in zehn Etappen von Kirchweyhe bei Bremen bis Wallenhorst-Rulle bei Osnabrück auf dem nordwestdeutschen Teil des Jakobswegs gepilgert sind.

Bischof Genn: "Wertvolle Zeichen"

Bischof Genn würdigte die Initiativen in der Predigt im abschließenden Festgottesdienst im St.-Paulus-Dom: Es seien "wertvolle Zeichen, dass trotz aller Krise christlichen Leben im Ursprung sich entfallen kann – nämlich im Tun der Liebe." Genn dankte auch darüber hinaus allen Laien für ihr Engagement in Gemeinden, Verbänden und Aktionen.

Mit Blick auf das Fest der Taufe des Herrn, das die katholische Kirche an diesem Sonntag feierte, verwies der Bischof darauf, dass sich Christus in die Schlange der Sünder stelle. Er habe damit eine Grenze überschritten und sich an den Rand gestellt. Er ermutigte die Gemeinde, es Jesus gleich zu tun und rief konkret zur Feindesliebe auf. Die Gläubigen mögen im neuen Jahr versuchen, auf einen Menschen zuzugehen, "der uns hasst, der uns an den Rand drängt" und in ihm den zu sehen, für den Christus auch gestorben sei.

11.01.2014

Diözesankomitee
der Katholiken

Lisa Rotert (Geschäftsführerin)
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