Pirmin Spiegel im Gespräch mit Vertretern der katholischen Laien

Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des Bischöflichen Hilfswerkes Misereor, Pirmin Spiegel, im Gespräch mit 28 Vertretern des Diözesankomitee-Vorstandes, verschiedener Sachausschüsse und Mitgliedsverbände.

Auf das neue Ziel eines "Welt-Gemeinwohls" lenkte am Samstag (09.01.2016) Monsignore Pirmin Spiegel die Aufmerksamkeit der katholischen Laien im Bistum Münster. Nicht nur als Gastredner beim Neujahrsempfang des Diözesankomitees (DKK) in Münster, sondern vertiefend im Rahmen eines Hintergrundgesprächs betonte der Hauptgeschäftsführer und Vorstandsvorsitzender des Bischöflichen Hilfswerkes Misereor: Ein "Weiter so" sei keine Option mehr! Für ein "gutes Leben für alle" auf dem Planeten sei eine Verwandlung der Gesellschaft vonnöten. Die Gläubigen hätten aus dem Evangelium heraus die Verantwortung und Kraft, diese mit voranzutreiben.

Im Gespräch mit 28 Vertretern des DKK-Vorstandes, verschiedener Sachausschüsse und Mitgliedsverbände weitete Spiegel die Perspektive: Es gehe heute nicht mehr nur darum, Armut in anderen Ländern zu bekämpfen. Vielmehr habe die nationale und auch persönliche Handlungsweise Auswirkungen auf das weltweite Gemeinwohl und die bedrohte Natur. "Es gibt keine nationale Sicherheit bei globalen Interdependenzen." betont DKK-Geschäftsführerin Ise Kamp eine Erkenntnis des Dialogs mit dem Mann von Misereor. Umso bedeutsamer sind globale Agenden wie die neuen UN-Nachhaltigkeitsziele (SDG) oder die Vereinbarungen des Pariser Weltklimagipfels (Weltklimavertrag).

Spiegel ermutigte die Laien im Bistum Münster, angesichts der Größe und Komplexität der Aufgabe nicht zu verzweifeln. Gerade durch den Glauben sei es den Christen möglich, momentane Ohnmacht auszuhalten und aus der Hoffnung heraus weiterzumachen – "mit Realitätssinn statt Resignation", unterstreicht DKK-Vorsitzende Notburga Heveling. Der Christ dürfe nicht den Glauben daran verlieren, dass sich durch sein Handeln in kleinen Schritten etwas verändern lasse. Natürlich wüssten alle beispielsweise um den Klimawandel und seine Folgen, dennoch dürfe das Gefühl, "es passiert zu wenig", nicht lähmen. "Macht euch auf den Weg", rief Spiegel den Menschen im Bistum Münster zu: "Nicht moralisierend, sondern motivierend" sollten sie beispielgebende Vertreter eines Paradigmenwechsels sein und so etwa beim eigenen Konsumverhalten nicht auf Quantität, sondern auf Qualität achten. "Ich brauche nicht ein immer größeres Auto oder ein ferneres Reiseziel. Mit dieser Einsicht steigt auch meine Lebensqualität", macht Kamp Spiegels Appell nach "mehr Leben mit weniger" konkret. Und auch um der eigenen Würde willen solle der gläubige Mensch tun, wovon er überzeugt sei: "Das lässt mich aufrechter gehen", so die DKK-Geschäftsführerin.

Spiegel selbst, der lange Jahre als Priester in Brasilien gearbeitet hat, habe eine ansteckend positive Grundhaltung ausgestrahlt: "Authentisch und pragmatisch!" Auch Papst Franziskus sei mit seiner Umwelt-Enzyklika "Laudato si", in der er den Kampf gegen weltweite Armut und Umweltzerstörung als untrennbare Aufgaben beschreibt, ein großer Motivator, weiter für mehr Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit einzutreten – nicht nur mit der eigenen "Handlung, sondern auch der Haltung", so Kamp: "Gegen Resignation, mit Hoffnung!" Als konkrete Konsequenz des Diözesankomitees aus dem Gespräch mit dem Misereor-Vertreter nannte deren Geschäftsführerin den Appell an die Pfarreien und Verbände: "Ihr tut schon viel, aber redet auch darüber, seid Multiplikatoren!" Auch das DKK werde bei seiner zentralen Aufgabe, der Vernetzung, neue Akzente setzen:  den Kontakt zu anderen gesellschaftlichen Schichten und Religionen suchen. "Wir können als Christen die Welt nicht alleine retten", so Kamp. Doch durch die große Gemeinschaft der gläubigen Menschen - 80 Prozent der Erdbevölkerung -, sei die Chance auf eine Haltungsänderung groß.

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Text: Kerstin Leßmann
13.01.2016

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