Leserbrief zur Debatte über einen städtischen Zuschuss für den Katholikentag

Ein Katholikentag würde politische Prominenz nach Münster bringen; das Foto zeigt Bundespräsident Gauck beim Katholikentag in Regensburg 2014.

In Politik und Bürgerschaft der Stadt Münster wird derzeit intensiv diskutiert, ob sich die Kommune an den Kosten für den möglichen Katholikentag 2018 in der Westfalenmetropole beteiligen soll. Dazu möchte ich mich als katholische Bürgerin dieser Stadt zu Wort melden. Selbstverständlich muss der Rat gut informiert werden und gewissenhaft geprüft werden, ob es sich eine Stadt bei klammen Kassen – insbesondere nach dem uns die Unwetterkatastrophe so schwer getroffen hat - leisten kann, für ein derartiges Großereignis in Vorleistung zu treten.

Als gewählte Vertretung der Katholikinnen und Katholiken im Bistum Münster setzen wir als Diözesankomitee uns nachdrücklich dafür ein, dass dieses geschichtsträchtige Treffen 2018 in Münster stattfindet! Denn der Katholikentag ist eine Veranstaltung der Laien! Der Bischof lädt ein und auch das Bistum beteiligt sich ebenfalls sehr stark finanziell und personell. Aber der erbetene Zuschuss der Stadt Münster ist kein Zuschuss an "die Kirche", oder "das Bistum Münster"!

Darüber hinaus: Der Katholikentag ist kein "Treffen katholischer Insider", kein Binnentreffen einer Gruppierung. Der Katholikentag hat den Anspruch, in den offenen Dialog zu treten mit allen, die das wollen. Darum werden hier alle aktuellen gesellschaftlichen Fragen thematisiert. Darum finden sich hier ehrenamtlich engagierte Staatsbürger und Staatsbürgerinnen weit über das Katholische hinaus zusammen. Darum finden weite Teile des Programms auf öffentlichen Plätzen und frei zugänglich statt.  

Zu bedenken ist weiter der wirtschaftliche Aspekt: Ein Katholikentag kostet aller Erfahrung nach zwischen 8,5 und 10 Millionen €. Insgesamt kann davon ausgegangen werden, dass bei einem Einsatz von 1,5 Millionen € rund 9 Millionen € in die Stadt zurückfließen, wobei die Stadt der einzige Zuschussgeber ist, an den Mittel zurückfließen.

Das geschieht zum einen durch direkte Rückflüsse an die Stadt oder stadteigenen Betriebe z.B. für Tickets an die Verkehrsbetriebe. Zum anderen profitieren viele Unternehmen in der Stadt von Aufträgen des Katholikentags. Hinzu kommt das Geld, das die Teilnehmer ausgeben. Überdies bietet die einzurichtende Geschäftsstelle des Katholikentags etwa 40 Mitarbeitenden eine zeitlich befristete Anstellung in Münster, die dann in der Stadt leben.

Nicht zu vernachlässigen ist der Imagegewinn für Münster. Die Stadt kommt mit positiven Nachrichten vier Tage lang in den Hauptnachrichtensendungen vor. Die politische Spitze der Bundesrepublik wird in Münster zu Gast sein und auch internationale Mitwirkende werden nach Münster kommen.
Kurzum: Die Stadt Münster hat als Kongressstadt in der Tradition des Westfälischen Friedens von 1648 eine riesige Chance – sowohl wirtschaftlich als auch ihr Image betreffend. Sie sollte sich diese Chance nicht entgehen lassen. Dies sollten die politisch Verantwortlichen bei ihrer Entscheidung ins Kalkül ziehen!

Notburga Heveling, Münster
(Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster)

Foto: Michael Bönte, dialogverlag
9. September 2014

Diözesankomitee
der Katholiken

Lisa Rotert (Geschäftsführerin)
Rosenstr. 17, 48143 Münster
Tel.: 0251 495 17081
Fax: 0251 495 17083
dioezesankomitee@bistum-muenster.de






Gedanken zum Slogan