In der Partnerschaft mit Ghana auf Dialog setzen

Teilnehmer der Tagung zur Bistumspartnerschaft mit Tamale im Franz Hitze Haus.

Aktuelle Eindrücke aus Nordghana hat Weihbischof Dr. Stefan Zekorn am Freitag (13.11.2015) im Franz Hitze Haus Münster vermittelt. Er sprach im Rahmen der Tagung zur Bistumspartnerschaft mit Tamale. Zekorn nahm die Teilnehmenden in Wort und Bild mit auf die Delegationsreise nach Afrika, die er im August unternommen hatte.

Damit stieß er bei den zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern auf großes Interesse. Denn die meisten von ihnen engagieren sich in Pfarreien des Bistums Münsters in Partnerschaftsprojekten und haben selbst regelmäßigen, zum großen Teil langjährigen Kontakt zu Pfarreien in Nordghana.

Die Tagung, die das Diözesankomitee der Katholiken, das Referat Weltkirche des Bistums Münsters und das Ghana-Forum NRW organisiert hatten, richtete den Blick vor allem auf die Rolle der Frauen. "Ohne Frauen geht es nicht" beleuchtete in Diskussionen, Referaten und mit einem Podiumsgespräch die zunehmend bedeutende Rolle der weiblichen Bevölkerung bei der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung des afrikanischen Landes. Themen waren etwa "Emanzipation durch Erwerbstätigkeit" oder die Beiträge von Zivilgesellschaft und Kirche zu dieser Emanzipation. Doch nicht nur über die Ghanaer wurde gesprochen, sondern vor allem auch mit ihnen. Denn neben Bischof Dr. Vincent Boi-Nai aus Yendi waren zahlreiche afrika-nische Studierende – Stipendiaten des Katholischen Akademischen Ausländerdienstes (KAAD) – unter den Tagungsteilnehmern.

Genau diesen Dialog stellte Weihbischof Zekorn in den Mittelpunkt seines Reiseberichtes. Dieser reflektierte neben den Stationen des Besuchs vor allem die Gespräche, die die Gruppe aus dem Bistum Münster mit den lokalen Partnerschafts-Komitees geführt hatte. "Ich habe – sozusagen als Hausaufgabe – von dort mitbekommen, Grundlegendes über die seit über 30 Jahren bestehende Partnerschaft weiterzugeben", berichtete Zekorn von den offen und selbstbewusst, aber durchaus auch selbstkritisch geführten Diskussionen im Hinblick auf das Miteinander zwischen Deutschen und Ghanaern. "Wie können wir mehr für das gegenseitige Lernen geöffnet sein?" war eine der Fragen, die den Referenten beeindruckt hatte. "Wir sind Schwestern und Brüder in Christus" – auch dieses Zitat beschreibt für Zekorn den Wunsch der Ghanaer, die Partnerschaften nicht allein in finanzieller Unterstützung zu leben, sondern sie spirituell durchdrungen zu wissen. Das enttäuschte Fazit eines Ghanaers nach seiner Rückkehr von einer Partnerschaftsreise nach Deutschland, "Wir haben den Glauben nicht geteilt", gebe durchaus zu denken. "Wie können wir uns gegenseitig helfen, den Glauben tiefer zu leben?", diese von Gesprächspartnern gestellte Frage gehe ihm nach, erklärte Zekorn.

Das Hören auf die Brüder und Schwestern aus einer anderen Kultur solle ebenso zur Grundlage der Partnerschaften gehören wie der sensible Umgang mit anderen Strukturen oder etwa dem Wissen, dass rund 80 Prozent der Frauen und 72 Prozent der Männer in Ghana kaum oder gar nicht lesen und schreiben können. "Da kann man nicht unbedingt einen ausgeklügelt-gegliederten schriftlichen Projektplan erwarten", sagte Zekorn. "Sie kriegen dort viel auf die Beine, aber eben nicht auf unsere Weise", forderte der Weihbischof dialogisches Miteinander, das verstärkte Ernst-Nehmen von Ideen statt eines "Vorschreibens". Zekorn ermutigte zugleich, bei Frusterfahrungen, die es ja durchaus gebe, mit offenem Herzen die Partnerschafts-Projekte fortzuführen. "Es gibt in Ghana die große Hoffnung, dass es weitergeht", erklärte er. Erfolgreiche Projekte, gerade auch beim Thema Bildung und Unterstützung für Frauen und Mädchen, hätten ihn auf seiner Reise sehr beeindruckt – damit bedankte sich Stefan Zekorn ausdrücklich für die Arbeit der Partnerschaftsgruppen im Bistum Münster.

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17.11.2015

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