Vollversammlung: Eine Frage der Glaubwürdigkeit

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Wenn sich Lebenswege trennen: Mit dem Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen beschäftigte sich die Vollversammlung des Diözesankomitees Ende Mai.

Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen

Einen geänderten Umgang der katholischen Kirche mit wiederverheirateten Geschiedenen und Homosexuellen wünscht sich die Laienvertretung im Bistum Münster. Von Entscheidungen der Kirche zu diesen beiden Themen hinge auch die Glaubwürdigkeit der Kirche ab, heißt es in einem jetzt (30.05.2015) in Münster beschlossenen Positionspapier des Diözesankomitees der Katholiken.

Entscheidungen der im Oktober im Vatikan tagenden Bischofssynode zu Fragen der Familienpastoral beeinflussen nach Meinung der obersten diözesanen Laienvertretung, "ob Menschen in Deutschland die Einladung zum Glauben wahr- und annehmen können". Weiter heißt es in dem Positionspapier: "Wir bitten die Synodalen, die Synode nicht nur für die Darstellung der christlichen Ideale zu nutzen, sondern auch die Frage zu beantworten, wie unter veränderten gesellschaftlichen Bedingungen in der Gegenwart Menschen für die Beziehung mit Gott motiviert werden können."

Sakramentenempfang: Hinweis auf Gewissenentscheidung

Die Laien setzen sich ein für einen differenzierten Umgang mit geschiedenen und wiederverheirateten Menschen. Mit Blick auf den Sakramentenempfang verweisen sie auf die Gewissensfreiheit und -entscheidung des Einzelnen, weshalb man weder pauschal eine Zulassung noch eine Verweigerung der Sakramente fordern könne. Überdies wünscht sich das Diözesankomitee, dass Ehepartnern, die sich getrennt haben, zu einem barmherzigen Umgang miteinander verholfen werden solle.

Das Diözesankomitee wehrt sich zudem gegen eine Diskriminierung und Ausgrenzung von Homosexuellen. Innerkirchlich sei eine "Kultur der Offenheit, in der es keinen Grund zum Verstecken gibt", anzustreben. Zugleich stellen die Laien fest: "Im Hinblick auf gleichgeschlechtliche Partnerschaften geht es nicht darum, die Bedeutung der sakramentalen Ehe zwischen Frau und Mann zu relativieren oder gar in Frage zu stellen. Auch eine rechtliche Gleichbehandlung wie in Deutschland bedeutet nicht die Öffnung der Ehe." Die Kirche sollte aber prüfen, ob gleichgeschlechtlichen Partnerschaften Gebete oder Riten angeboten werden können.

Heveling kritisiert Beteiligungsmöglichkeiten der Gläubigen

Kritisch hatte sich zu Beginn der Versammlung die Vorsitzende des Diözesankomitees, Notburga Heveling, zu Beteiligungsmöglichkeiten der Gläubigen an der Vorbereitung der Weltbischofssynode geäußert: "Nach wie vor unbefriedigend finde ich es, dass mit der zweiten Befragung aus Rom und der Umsetzung durch die deutschen Bischöfe eine Form gewählt wurde, die aus meiner Sicht nicht sachgerecht ist und eher den Anschein von Beteiligung erweckt als wirkliche Beteiligung ermöglicht."

Personalentscheidungen

Auf der Tagesordnung standen auch eine Reihe von Personalentscheidungen: So wird der Kolping-Diözesansekretär Uwe Slüter (Münster/Coesfeld) die Laienvertretung im Diözesanrat, dem obersten Beratungsgremium des Bischofs, vertreten. In das Zentralkomitee der Katholiken (ZdK) entsandte das Diözesankomitee Cornelia Graßhoff (Issum).

Zu Beginn hatte die Diözesankomitees-Vorsitzende Heveling den am 19. April im Alter von 59 Jahren verstorbenen Hugo Uebbing gewürdigt; er gehörte über viele Jahre dem Vorstand des Gremiums an. Uebbing habe sich 25 Jahre für die Stärkung der Laien in der Kirche unermüdlich eingesetzt - mit hohem persönlichen Engagement und großem zeitlichen Einsatz.

Stimme der Laien

Das "Diözesankomitee der Katholiken im Bistum Münster" ist der Zusammenschluss der organisierten Kräfte des Laienapostolats auf Bistumsebene. Ihm gehören Vertreter aus diözesanen Verbänden und Organisationen, den Räten der Kreis-, Stadt- und Landeskomitees der Katholiken sowie weitere katholische Persönlichkeiten aus Kirche und Gesellschaft an. Die Laienvertretung will nach eigenen Angaben "Stimme der Kirche" in Politik und Gesellschaft sein; gleichzeitig will es innerkirchlich die Anliegen der Laien artikulieren und das kirchliche Leben mitgestalten. Das Bistum Münster zählt rund zwei Millionen Katholiken.

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01.06.2015
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