Bischof und Laien: Diskussion zu innerkirchlichen Themen bei Vollversammlung

Vorstand.

Sie bilden den neuen geschäftsführenden Vorstand des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster: Beatrix Bottermann, Notburga Heveling, Ise Kamp, Pater Manfred Kollig (nicht im Bild: Hermann Hölscheidt).

Bistum Münster. Notburga Heveling steht weiterhin an der Spitze der Laienvertretung im Bistum Münster. Das Diözesankomitee wählte die 51-jährige Münsteranerin am Samstag (10.05.2014) bei seiner konstituierenden Vollversammlung in Münster mit 96,7 Prozent der abgegebenen Stimmen für weitere vier Jahre zu seiner Vorsitzenden.

Zur stellvertretenden Vorsitzenden des Diözesankomitees bestimmten die Delegierten aus Verbänden und Pfarreien Beatrix Bottermann (60, Hamminkeln), sie erhielt eine Zustimmung von 90,4 Prozent der Stimmen. Weiterer Stellvertreter ist wie bisher Hermann Hölscheidt (53, Waltrop), auf den 93,4 Prozent der Stimmen fielen. Geistlicher Beirat bleibt weiterhin Pater Manfred Kollig (57, Münster); der Seelsorgeamtsleiter aus dem Generalvikariat wurde von Bischof Felix Genn für dieses Amt vorgeschlagen und erhielt eine Zustimmung von 98,1 Prozent. – Heveling, Bottermann, Hölscheidt und Kollig bilden mit Geschäftsführerin Ise Kamp den geschäftsführenden Vorstand des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster.

Zu weiteren Vorstandsmitgliedern (Beisitzern) wurden gewählt: Susanne Deusch (36, Münster), Benedikt Kemper (54, Heiden), Edmund Raadts (68, Kleve), Uwe Slüter (53, Münster), Elisabeth Storck (68, Wildeshausen) und Jürgen Tausgraf (48, Münster). Nicht mehr kandidierten die frühere stellvertretende Vorsitzende Gaby Koetz (Ibbenbüren) sowie die Beisitzer Ursula Hüllen (Coesfeld), Werner Kuhnen (Kleve) und Mechthild Möller (Lüdinghausen-Seppenrade).

Bischof Genn zu Gast in der Vollversammlung

Gast der Vollversammlung war Bischof Genn, der sich der Diskussion mit den Delegierten stellte. Große Einigkeit bestand zwischen dem Bischof und den Mitgliedern der Vollversammlung darin, dass die Laien in Politik und Gesellschaft christliche Positionen deutlich vernehmbar beziehen sollten. Der Oberhirte verwies auf ein Wort von Papst Franziskus, der die Christen mit den Worten "Du bist eine Mission" zum persönlichen Zeugnis und Engagement ermutigt habe.

Genn bat die Delegierten, weiterhin auf die "Wunden in unserer Gesellschaft" hinzuweisen. Konkret ermunterte der Bischof die Laien, die Krise in der Ukraine und auch die Situation in Afrika in den Blick zu nehmen. "Afrika leidet unter dem Kapitalismus des Westens", hob Genn hervor. Mit Blick auf die Europawahl gehe es darum, dafür mit zu sorgen, dass christliche Positionen etwa zu Lebens- und Sonntagsschutz von den politisch Verantwortlichen stärker berücksichtigt werden.

Kontroversen zu Frauendiakonat und wiederverheirateten Geschiedenen

Unterschiedliche Ansichten zwischen Bischof und Laienvertretung wurden deutlich bei der Frage nach dem Diakonat der Frau und der Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen zum Empfang der Kommunion; dafür hatte sich das Diözesankomitee in der vergangenen Amtszeit jeweils mit großen Mehrheiten ausgesprochen.

Für die Weihe von Frauen zu Diakoninnen will sich Bischof Genn "nicht stark machen". Über den seit einigen Jahren am 29. April begangenen "Tag der Diakonin" ist Genn nach eigenen Bekunden "nicht glücklich". Der Bischof verwies darauf, dass beim Abendmahl nur Männer zugegen gewesen seien; daher könne das Weiheamt nur Männern gespendet werden. Er machte eine vielfache Verweigerungshaltung bei der Beschäftigung mit einer "Geschlechter-Theologie" aus und verwies zudem auf die Gottesmutter Maria: Sie sei die größte Person in der Kirche, während "die Männer alle versagt haben". Genn sprach sich nachdrücklich dafür aus, Frauen in andere leitende Positionen zu bringen, für die eine Weihe nicht erforderlich sei.

Genn: "Differenzen müssen wir aushalten"

Ähnliche Differenzen zeigten sich bei der Frage nach dem Kommunionempfang für wiederverheiratet Geschiedene: Die Ehesakrament symbolisiere ebenso wie die Eucharistie den "unauflöslichen Bund und die Treue Gottes zu seiner Kirche". Die Ehe zeige damit was Kirche sei – wenn sich Eheleute trennten, sei dies nicht mehr gegeben. Genn verwies auf die "geistliche Kommunion".

Er betonte, wiederverheiratet Geschiedene seien weiterhin volle Mitglieder der Kirche, sie könnten sich in Pfarreiräten oder als Lektoren engagieren. Auch das kirchliche Arbeitsrecht müsse ihnen eine Weiterbeschäftigung ermöglichen. Der Umgang mit wiederverheiratet Geschiedenen ist für Genn nach eigenen Worten "die schwierigste und dornigste Frage der Pastoral". – Die Differenzen bei bestimmten Fragen müssten Laien und Bischof "aushalten", wie Genn am Ende der kontroversen, aber fairen Diskussion eingestand.

10.05.2014

Diözesankomitee
der Katholiken

Lisa Rotert (Geschäftsführerin)
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