"Bessere Hilfe für Familien in prekären Verhältnissen"

Die wirtschaftliche Not vieler Familien nimmt das Diözesankomitee in den Blick.

Mehr Hilfe für Familien in schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen fordert die Laienvertretung im Bistum Münster. "Bedrückend und gesellschaftspolitisch gefährlich ist es, wenn Betroffene für sich und ihre Kinder keine Zukunft mehr sehen", heißt es in einer Stellungnahme des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster vom Samstag (15.11.2014) in Münster.

Die soziale Schere in Deutschland geht nach Darstellung des Diözesankomitees auseinander: "Die regelmäßigen Armutsberichte belegen, dass in der gesellschaftlichen Wirklichkeit die Wohlhabenden immer reicher und die in prekärer sozialer Situation Lebenden immer ärmer werden."

"Ganztagsangebote in Schulen und Kitas kostenfrei"

Konkret verlangt die Laienvertretung von der Politik eine Neuberechnung der Sozialhilfe für Kinder, "damit Ausgaben für neue Kleidung, Schuhe, Ausflüge, Freizeitangebote und kurzfristige Anschaffungen nicht mehr im Budget erspart werden müssen". Kindergeld und Elterngeld dürften nicht auf die Regelsätze berechnet werden. Das Kindergeld sollte zudem nach Vorstellungen des Diözesankomitees auf 300 Euro je Kind angehoben werden und Ganztagsangebote in Schulen und Kitas kostenfrei sein.

Von der Kirche fordert das Diözesankomitee eine Analyse der veränderten Sozialräume in den neuen pastoralen Räumen und die notwendigen Konsequenzen daraus sowie eine sozialpolitische Positionierung. Die Kirche als Arbeitgeber dürfe selbst keine Minijobs und Leiharbeit an Stelle von Voll- und Teilzeittätigkeit zulassen. Außerdem wird von der Kirche gefordert, "die Not an sich heran zu lassen". Abschließend heißt es in dem Beschluss: "Christinnen und Christen wollen zeigen, dass sie Armut in unserem Land satt haben."

Ehe und Familie: Reine Lehre und die Barmherzigkeit Jesu

Große Hoffnungen setzt die Laienvertretung auf die Fortsetzung der Weltbischofssynode zur Ehe- und Familienpastoral im Herbst kommenden Jahres. Zu Beginn der Auseinandersetzung mit diesem Thema zitierte Notburga Heveling den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx. Dieser hatte (in einem Interview mit der "Zeit") die Laien ausdrücklich aufgefordert, sich mit den bisherigen Ergebnissen des ersten Bischofstreffens im Oktober zu befassen und sich einzumischen. "Wir sind gemeinsam Kirche, und wir wollen gemeinsam weiterkommen auf dem Weg nach vorn. 'Avanti!' - wie Franziskus immer sagt", so Marx wörtlich.

Die Vollversammlung verständigte sich darauf, dass sich das Diözesankomitee weiterhin mit den strittigen Fragen der Ehe- und Familienpastoral beschäftigt. Dies sei "kein Randthema" hieß es in der Diskussion. Es dürfe nicht nur die "reine Lehre" in den Blick genommen werden. Ebenso müssten auch die gelebte Wirklichkeit und die Probleme der Menschen mit kirchlichen Ansichten zu Ehe und Familie vor dem Beispiel der Barmherzigkeit Jesu betrachtet werden. Die Gewissensentscheidungen von Menschen sollten mehr Achtung durch die Kirche erfahren. - Das Komitee will sich bis zur nächsten Vollversammlung in diesen Fragen weiter positionieren.

Zitat:

"Christinnen und Christen wollen zeigen, dass sie Armut in unserem Land satt haben."
(Aus der Stellungnahme des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster "Zur Situation von Familien in prekären Verhältnissen".)

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15.11.2014



Diözesankomitee
der Katholiken

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