Diözesankomitee fordert im Gespräch mit Stefan Nacke mehr Mut in der Rentendiskussion

Stefan Nacke, CDU-Bundestagsabgeordneter, Rotert Lisa, Geschäftsführerin des Diözesankomitees, Reinhilde Riesenbeck, kfd, Brigitte Lehmann und Ulrich Vollmer, Vorsitzende des Diözesankomitees im Bistum Münster. (v.l.n.r.)

„Kürzlich haben sich der Familienbund der Katholiken, die Katholische Landvolkbewegung und das Kolpingwerk Deutschland in einer gemeinsamen Erklärung für eine grundlegende Reform der gesetzlichen Alterssicherung stark gemacht“, darauf verwies Ulrich Vollmer, Vorsitzender des Diözesankomitees, zu Beginn der Herbst-Vollversammlung. „Die vorgesehenen Maßnahmen des Rentenpakets der schwarz-roten Koalition würden kaum dazu beitragen, die gesetzliche Rentenversicherung zukunftsfest aufzustellen. Es fehle die politische Handlungsbereitschaft für eine grundlegende Reform der Alterssicherung. Dabei bedarf es dringend einer Reform des Rentensystems“, so die drei katholischen Verbände in ihrer gemeinsamen Erklärung.

„Entsprechend seinem Selbstverständnis versteht sich das Diözesankomitees als die Stimme der Kirche in Politik und Gesellschaft und gestaltet zugleich das kirchliche Leben im Bistum Münster aktiv mit. Es setzt sich für eine faire, solidarische und verlässliche Sozialpolitik, für Geschlechtergerechtigkeit, Bildungsgerechtigkeit und Chancengerechtigkeit ein. Was auch auf eine Reform des Rentensystem abziele. Anstatt weiter in Vier-Jahres-Zyklen zu denken, braucht es einen mutigen, großen Wurf, der auf Zukunft ausgerichtet ist“, brachte es der Vorsitzende des Diözesankomitees in seiner Begrüßung des CDU-Bundestagsabgeordneter Stefan Nacke, auf den Punkt.

„Mit dem Rentenpaket 2025 setzen wir einen wichtigen Meilenstein“ sagte Stefan Nacke, CDU-Bundestagsabgeordneter aus Münster, zu Beginn seines Vortrags. „Mit der Stabilisierung des Rentenniveaus auf mindestens 48 Prozent bis 2031 wollen wir die gesetzliche Rente sichern.“ Und weil die demografische Entwicklung eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung sei, müssten die zusätzlichen Kosten der Niveaustabilisierung aus Steuermitteln finanziert werden. Denn die Sicherung einer stabilen Rente „darf nicht allein auf den Schultern der Beitragszahler ruhen“, betonte Nacke.

„Mit den „Babyboomern“ verlässt ein Drittel der Erwerbstätigen in den kommenden 14 Jahren den Arbeitsmarkt. Das ist nicht nur eine Herausforderung für die Rente, das ist vor allem auch eine Herausforderung für die Wirtschaft.“ Deswegen müsse man sehen, wie es gelingen könne Fachkräfte, und grundsätzlich Arbeitskräfte zu gewinnen. „Wir bräuchten eigentlich jedes Jahr 400.000 Menschen zusätzlich, um den Arbeitsmarkt und damit die Rente zu stabilisieren.“ Das könne nicht allein durch die KI oder die Automatisierung der Wirtschaft geregelt werden. „Und es kann sicher auch nicht durch Migration geregelt werden, weil wir ja auch Diskussionen darüber haben, wie integrationsfähig unsere Gesellschaft überhaupt noch ist“, so Nacke weiter. Und dennoch müssen wir uns dieser Diskussion stellen. „Denn: ausländische Rentenversicherte in Deutschland stabilisieren heute die Rentenversicherung.“ Mit 16 Prozent aller Renten-Versicherten seien Beitragszahler mit Migrationshintergrund, diejenigen, die die Rente stabilisieren würden, brachte es der gebürtige Münsteraner auf den Punkt.  

Um anschließend die Frage zu stellen, was überhaupt die Aufgabe der Rentenversicherung sei. „Ist es die Aufgabe der Rentenversicherung, den Menschen im Ruhestand Freizeit und Urlaub zu ermöglichen? Oder bestehe die Aufgabe nicht eher darin, das Lebensrisiko abzusichern, wenn man aufgrund des Alters seine eigene Existenz nicht mehr durch Erwerbstätigkeit sichern könne? „Das ist die ursprüngliche Aufgabe der Rentenversicherung gewesen. Wir müssen darüber diskutieren, dass sich die Regelaltersgrenze auch an der steigenden Lebenserwartung orientieren muss.“
 

Diözesankomitee unterstützt Appell kirchlicher Akteure zum Klimaschutzprogramm

In seiner Herbst-Vollversammlung hat das Diözesankomitee einstimmig beschlossen, den Appell kirchlicher Akteure: „Ein wirksames Klimaschutzprogramm für eine gerechte und lebenswerte Zukunft“ zu unterstützen, um das Klimaschutzprogramm der Bundesregierung zu begleiten. Das Komitee ist seit einigen Jahren Mitglied der Klima-Allianz Deutschland e.V.. „In unserem Selbstverständnis haben wir als Diözesankomitee formuliert: ´Unser Christsein und Glaube verpflichtet uns zur Bewahrung der Schöpfung.` Nur wer heute mutig handelt, übernimmt Verantwortung für die Zukunft, für Gottes Schöpfung und legt den Grundstein für ein modernes und gerechtes Land“, erklärte der Vorstand in seiner Begründung des Initiativantrags.