Wege in eine kunststoffreduzierte Zukunft

Immer mehr Plastik landet in den Meeren.

Bistum Münster. Thema "Plastikvermeidung" geht. Stattdessen wollen sie beständig ins Bewusstsein rufen, dass die tiefgreifenden Folgen des Plastikbooms sich nicht allein in bedrohlichen Fernsehbildern von vermüllten Ozeanen, sondern auch schon auf unseren Tellern breitmachen. "Daher appellieren die Mitglieder des Ausschusses immer wieder, sehr bewusst mit dem - oft auch versteckten - Material umzugehen", fasst die Geschäftsführerin des SA, Maria Kleingräber, zusammen.

Ständig gibt es neue Aspekte zu berichten, wenn sich der Ausschuss in regelmäßigen Abständen mit dem Thema Plastikabfall beschäftigt. "Dass nun die Tüten-Flut im Handel gestoppt oder zumindest verlangsamt ist, macht vielen Menschen schon ein gutes Gewissen", findet Kleingräber diesen Einstieg in "Vermeidung" auch durchaus sinnvoll. Aber wer genauer hinschaue, dem tue sich eine riesige Verwendungspalette auf. "Wissen Sie, dass allein ein Wattestäbchen rund 250 Jahre braucht, ehe es sich zersetzt hat?". Maria Kleingräber weiß, wovon sie spricht, denn dem Umweltschutz hat sie sich nicht nur beruflich verschrieben. "Aber selbst mich hat überrascht und erschreckt, dass meine Öko-Fleecejacke aus recyceltem Kunststoff mit jedem Waschgang tausende kleinster Plastik-Teilchen ins Abwasser spült oder wie viel Mikroplastik über Kosmetika und Waschmittel in die Meere gelangt". Sie alle werden verstoffwechselt und landen schließlich in unserer Nahrung - und der kommender Generationen.

Was aber kann man tun? Kleingräber und die Sachausschuss-Mitglieder sehen etliche Möglichkeiten für ein "Plastik-Fasten". So müsse etwa die Politik - im Bund wie auf EU-Ebene - mit Nachdruck aufgefordert werden, konsequenter zu handeln, wenn es um Recycling-Quoten gehe; auch Forschung und Wirtschaft müssten sich weit stärker als bisher um die Rahmenbedingungen für eine weniger Plastik-bestimmte Umwelt kümmern. "Gerade Gremien wie das Diözesankomitee der Katholiken und dieser Ausschuss nehmen richtigerweise auch in diesen Fragen Einfluss auf so tief gehende gesellschaftliche Fragen von Gesundheit, Schöpfungsbewahrung und Zukunft", sagt Kleingräber.

Doch auch von unten, beginnend bei jedem und jeder Einzelnen, könne und müsse Veränderung wachsen, betont Kleingräber. Konsequent auf Mehrwegflaschen und Plastik-Verpackungen zu verzichten könne man einüben. Ebenso sei es nützlich, mit vollem Magen, versorgt mit eigenem Verpackungsmaterial, zum Einkaufen zu gehen. "Geben Sie Produkten den Vorzug, die langlebig, reparierbar und später vollständig recycelbar sind", hat Maria Kleingräber auf einer kleinen Hinweis-Liste vermerkt. "Fange in kleinen Schritten an und finde heraus, wie Dein individueller Weg in eine kunststoffreduzierte Zukunft aussieht", so lädt der Sachausschuss "Schöpfungsverantwortung" ein, sich bewusst dem Thema "Plastik-Fasten" zu nähern.

"Weitergehende Informationen findet man auf den Internetseiten etwa vom BUND oder beim Bundesamt für Umweltschutz", so Kleingräber. Das Wort von Papst Franziskus, dass sich "die Erde, unser Haus, immer mehr in eine unermessliche Mülldeponie zu verwandeln" scheine, bewege die Ausschuss-Mitglieder sehr und sei Antrieb, das Thema Kunststoff-Vermeidung immer neu auf die Tagesordnung zu setzen und wach zu halten.

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Sachausschuss Schöpfungsverantwortung

09.08.2018

Diözesankomitee
der Katholiken

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