Kritik von Laien am Vatikan wegen Kommunionstreit

„Seit vielen Jahren gehen Frauen und Männer als konfessionsverbindendes Paar in Absprache mit ihrem Pfarrer oder aufgrund eigener Gewissensentscheidungen gemeinsam zur Kommunion“, erklärte Heveling bei der Vollversammlung.

„Seit vielen Jahren gehen Frauen und Männer als konfessionsverbindendes Paar in Absprache mit ihrem Pfarrer oder aufgrund eigener Gewissensentscheidungen gemeinsam zur Kommunion“, erklärte Heveling bei der Vollversammlung.

Bistum Münster. Die Laien im Bistum Münster machen sich für die von der Mehrheit der deutschen Bischöfe angestrebte Öffnung der Kommunion für protestantische Ehepartner stark. Vor der Vollversammlung des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum am Samstag (09.06.2018) in Münster kritisierte die Vorsitzende Notburga Heveling das Veto des Vatikans gegen eine geplante Handreichung der Bischofskonferenz zum Kommunionempfang in konfessionsverschiedenen Ehen. Die vatikanische Kritik mache sie „fassungslos und ratlos“, sagte Heveling.

„Seit vielen Jahren gehen Frauen und Männer als konfessionsverbindendes Paar in Absprache mit ihrem Pfarrer oder aufgrund eigener Gewissensentscheidungen gemeinsam zur Kommunion“, erklärte Heveling weiter. Sie gäben so „ihrer Sehnsucht nach Eucharistiegemeinschaft Ausdruck und leben bereits teilweise die Vision von einer Einheit der Kirche in versöhnter Verschiedenheit“. Dies sei die Wirklichkeit in der Kirche. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der selbst in einer konfessionsverschiedenen Ehe lebe, habe dies beim Katholikentag „eindringlich deutlich gemacht“.

Hintergrund: Anfang der Woche hatte der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, ein Schreiben des Präfekten der Glaubenskongregation, Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer, erhalten. Im Brief des Präfekten ist die Rede davon, dass die geplante Handreichung der Bischöfe zur Öffnung der Kommunion für protestantische Ehepartner nach Ansicht des Papstes noch nicht reif zur Veröffentlichung sei.

Deutschland gegen AfD verteidigen

In einem weiteren Punkt ihres Vorstandsberichtes äußerte die Vorsitzende der Laienvertretung in scharfer Form Kritik an jüngsten Äußerungen von AfD-Chef Alexander Gauland über die Nazizeit. Dieser hatte die nationalsozialistische Herrschaft als einen „Vogelschiss in über 1.000 Jahren erfolgreicher deutscher Geschichte“ bezeichnet.

Heveling erklärte dazu: Gauland verhöhne mit seiner Äußerung alle NS-Opfer. „Seine Haltung zeugt von einer menschenverachtenden Ideologie, die in Wahrheit deutschlandfeindlich ist.“ Mit ihrer „vermutlich wohl kalkulierten populistischen Hetze an der Grenze zur Strafbarkeit“ begehe die AfD erneut eine erneute Grenzverletzung, um sich am rechten Rand zu positionieren.

Mit Blick auf aktuelle Umfragen, wonach die AfD bei Wahlen 15 Prozent der Stimmen bekäme, meinte Heveling: „Derartiges Denken und Reden ist offensichtlich in der deutschen Gesellschaft kein Randphänomen.“ Die Vorsitzende des Diözesankomitees rief dazu auf, „unsere liberale, weltoffene, vielfältige demokratische Gesellschaft mit ihren christlich-jüdischen Wurzeln zu verteidigen“. Weiter meinte sie: „Leisten wir alle dazu unseren Beitrag und überlassen unser Land nicht diesen Leuten!“

> Der Vorstandsbericht von Frau Heveling zum Herunterladen ...

09.06.2018

Diözesankomitee
der Katholiken

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