Sonntagsschutz: Freier Tag wichtig für die Gesellschaft

Notburga Heveling.

Notburga Heveling.

Für den Schutz des Sonntags als Tag der Arbeitsruhe haben sich die Laien im Bistum Münster ausgesprochen. „Ohne den Sonntag verliert unsere Gesellschaft eine wesentliche kulturelle und soziale Errungenschaft.“ Das erklärte die Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum, Notburga Heveling, am Samstag (12.11.2016) vor der Vollversammlung der Laienvertretung in Münster. Sie appellierte an die Delegierten der organisierten Laien: „Lassen Sie uns den Sonntag schützen, weil unsere Gesellschaft ihn braucht.“

Der erfolgreiche Bürgerentscheid gegen mehr verkaufsoffene Sonntage am 6. November in Münster zeigt nach Ansicht von Heveling, „dass vielen Menschen ein gemeinsamer freier Sonntag wichtiger ist als noch mehr Konsum“. Der Mensch sei für mehr bestimmt als den sonntäglichen Einkaufsbummel in überfüllten Fußgängerzonen oder die Schnäppchenjagd vor dem heimischen Computer. Es gebe genügend Einkaufsgelegenheiten von Montag bis Samstag bis spät in die Abende hinein.

Für einen falschen Ansatz hält es Heveling, den Erhalt des freien Sonntags gegen die Stärkung des lokalen Einzelhandels auszuspielen: „Beides sind berechtigte Interessen, und ich bin überzeugt, dass man sie im Dialog und mit Phantasie in Einklang bringen kann.“

Heveling begrüßte die Ankündigung der Gewerkschaft Verdi, sich weiterhin für die Einhaltung des gesetzlichen Rahmens bezüglich der verkaufsoffenen Sonntage einzusetzen. „Der Sonntag ermöglicht den Menschen einen Rhythmus von Arbeit und Ruhe und ist damit Grundlage für eine humane Gesellschaft“, so die Diözesanvorsitzende. Der Sonntag stelle den Menschen in den Mittelpunkt. Er sei ein Beitrag zur Lebensqualität und biete als gemeinsamer Tag der Arbeitsruhe Raum, soziale Kontakte und Hobbies zu pflegen. Er sei eine soziale Errungenschaft mit religiöser Wurzel – verbunden mit der Aufgabe, ihn als gemeinsame Unterbrechung des Alltags zu gestalten.

Reformationsjubiläum

In ihrem Vorstandsbericht brachte Heveling ihre Hoffnung auf Fortschritte im ökumenischen Miteinander der christlichen Kirchen zum Ausdruck. Mit Blick auf das 500-jährige Reformationsjubiläum im kommenden Jahr meinte sie: „Wir als Laien sehen als wichtiges Ziel in der Ökumene den wertschätzenden, geschwisterlichen Umgang miteinander.“ Die Vorsitzende des Diözesankomitees zeigte sich überzeugt, dass die Veränderungen „auf höchster Ebene“ auch die Frucht von 50 Jahren ökumenischen Dialogs und gelebter Praxis „vor Ort“ seien. Sie wünschte sich Fortschritte bei der Frage des gemeinsamen Abendmahls.

Gemeinsam haben Katholiken und evangelische Christen nach den Worten Hevelings die Aufgabe in der Gesellschaft für Werte einzustehen: „Es geht um Nächstenliebe, Barmherzigkeit, Schöpfungsverantwortung, Solidarität mit den Schwachen – und dies nicht nur bei uns, sondern auch in Europa und in der Einen Welt.“

Lesen Sie mehr:

> Vorstandsbericht der Vorsitzenden Notburga Heveling bei der Vollversammlung am 12. November 2016
> Verabschiedung von Pater Manfred Kollig als Geistlicher Beirat des Diözesankomitees

(12.11.2016)

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der Katholiken

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