Neujahrsempfang der katholischen Laien mit Peter Frey vom ZDF

ZDF-Chefredakteur Frey sprach beim Neujahrsempfang des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster.

ZDF-Chefredakteur Frey sprach beim Neujahrsempfang des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster.

Bistum Münster. Journalisten stehen nach Meinung von ZDF-Chefredakteur Dr. Peter Frey derzeit vor „gewaltigen Herausforderungen“. Sie müssten Zahlen und Fakten den Gerüchten und Verschwörungstheorien entgegenhalten, betonte Frey beim Neujahrsempfang des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster am Samstag (14.01.2017) in Münster.

Aufgabe der Medien ist es nach Darstellung Freys, Missstände zu benennen und zu analysieren. So trügen Journalisten durch Kritik und Aufklärung zur Krisenlösung in einer Gesellschaft bei, die von Rissen gekennzeichnet sei. Mit Blick auf Diffamierungen wie „Lügenpresse“ meinte Frey, dass Journalisten heute selbst einer kritischen Beobachtung unterlägen. Daher sollten sie ihre Rolle mit Demut und nicht mit Selbstgewissheit oder Sendungsbewusstsein wahrnehmen. Wichtig sei es auch, Fehler in der Berichterstattung zuzugeben und Transparenz über die eigene Arbeit herzustellen.

Der Journalismus darf sich nach Auffassung von Frey nicht als Dienstleister verstehen, der sich nur nach Quoten und Klickzahlen ausrichtet. Die Medien müssten aber die Themen der Menschen und die Lebenswirklichkeit der Mediennutzer im Blick haben. Missstände zu besprechen, Wichtiges und Unbekanntes nach vorne zu schieben, ein an Werten orientiertes Profil gehört für Frey ebenso zum Beruf des Journalisten.

Heveling ruft zum Widerstand gegen Rassismus auf

Zum Widerstand gegen rassistisches Gedankengut und menschenverachtende Hetze rief die Vorsitzende der diözesanen Laienvertretung, Notburga Heveling, auf. Die Demokratie in Deutschland habe Wurzeln im Humanismus und in christlich-jüdischen Wertvorstellungen. „Diese – unsere Werte – verpflichten uns dazu, unsere Gesellschaft und unseren Staat so zu prägen, dass alle Menschen mit Respekt und Achtung behandelt werden.“ Im Wahljahr 2017 komme den Medien eine herausragende Rolle zu angesichts der Frage nach der Verbreitung und Wirkung von gesteuerten Falschmeldungen oder der möglichen Beeinflussung der Wahlen in den USA durch Russland.

Heveling wies außerdem beim Neujahrsempfang auf den neuen „Ehrenamtspreis des Bistums Münster“ hin, „der in Nachfolge des ‚Dialogpreises für gute Taten‘ vom Bischof von Münster und von uns als der Laienvertretung in der Diözese in Kooperation mit der Bistumszeitung ‚Kirche+Leben‘ vergeben wird“. Er soll in diesem Jahr erstmals verliehen werden. Mit der neuen Auszeichnung sollen Menschen, Initiativen und Projekte ausgezeichnet werden, „die mit ihrem Einsatz in Kirche und Gesellschaft unsere Welt besser machen, Gutes tun, für andere da sind“, erläuterte Heveling.

Bischof Genn wünscht sich Engagement für offene Gesellschaft

Angesichts der Wahlen im laufenden Jahr forderte Bischof Dr. Felix Genn die katholischen Laien nachdrücklich zum Engagement für den gesellschaftlichen Frieden und eine offene Gesellschaft auf. Um der Freiheit des Menschen willen bedürfe es des Diskurses der verschiedenen Meinungen. Dies sei eine bleibende Aufgabe der katholischen Verbände, die es – obwohl sie immer wieder tot gesagt worden seien – immer noch gebe, eben weil sich so viele Menschen darin engagierten.

Genn dankte überdies den Vielen, die sich in die Arbeit für Flüchtlinge einbrächten. Als den inneren Kern der Verbände und das Engagement eines jeden Christen bezeichnete der Bischof im abschließenden Domgottesdienst die Verbindung mit Jesus Christus. Auf ihn sollten die Verbände in ihrem Tun hinweisen und ihn bezeugen.

Mehr zum neuen Ehrenamtspreis finden Sie hier ...

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(14.01.2017)

Diözesankomitee
der Katholiken

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