Neue Wege der Mobilität in Stadt und Land sind notwendig!

Von l.n.r.: Peter Möller, Josef Mersch, Gertrud Roth, Klaus Große Wiesmann, Petra Rottländer, Dr. Heinrich Bottermann, Dr. Beatrix Bottermann, Anne Halbuer, Karola Wiedemann, Gisela Reckmann, Werner Siemens, Thomas Kamp-Deister.

Osnabrück. Fachkundige Bündnispartner in der Umsetzung der Beschlüsse des Weltklimagipfels suchte der Sachausschuss Schöpfung und nachhaltige Entwicklung bei einem Gedankenaustausch in der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) in Osnabrück.

Die DBU ist mit 2,1 Milliarden Euro Stiftungsvermögen und 125 000 Hektar national bedeutsamer Flächen der Länder, die größte Umweltstiftung Europas. Sie förderte Projekte für mittelständische Unternehmen aber auch Projekte wie die Einführung von Umweltmanagementsystemen in evangelischen und katholischen Einrichtungen unter dem Label "Zukunft einkaufen – glaubwürdig wirtschaften in den Kirchen."

Nach einer Einführung in die Stiftungsarbeit und der Vorstellung der modellhaften Büros und Tagungsgebäude diskutierten die Sachausschussmitglieder mit dem Generalsekretär Dr. Heinrich Bottermann. Einig waren sich die Mitglieder des Sachausschusses in der Bewertung der Enzyklika Laudato Si` die im Jahr 2015. Die Enzyklika von Papst Franziskus ist ein bedeutendes internationales Papier das die politische Diskussion angestoßen hat. Damit eng verbunden sind die am 25. September 2015 in New York verabschiedete Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Die 17 Entwicklungsziele der Agenda verknüpfen das Prinzip der Nachhaltigkeit mit der ökonomischen, ökologischen und sozialen Entwicklung – zum ersten Mal werden Armutsbekämpfung und Nachhaltigkeit in einer Agenda zusammengeführt.  Die Ergebnisse der Weltklimakonferenz 2015 sind daraus eine logische Konsequenz", so Thomas Kamp-Deister, Geschäftsführer des Sachausschusses.  "Es geht es um die Umsetzung der Energiewende!"

Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), hat sich angesichts der nach wie vor hohen Stickoxidbelastung in unseren Städten dafür ausgesprochen, die Anstrengungen zur Luftreinhaltung weiter massiv zu forcieren. Im Rahmen des Gesprächs mit dem Sachausschuss Schöpfung und Nachhaltigkeit des Diözesankomitees der Katholiken " sagte der Generalsekretär der größten Umweltstiftung Europas in Osnabrück: "Wenn wir die Ziele der Energiewende wirklich erreichen wollen, müssen wir uns mehr anstrengen, die Effizienz im Bereich Verkehr zu steigern und erneuerbare Energien auch für die Mobilität stärker nutzen."

Konsequenter Infrastrukturausbau notwendig

Bottermann unterstrich, dass Gasantriebe hierzu verfahrensbedingt einen erheblichen Beitrag leisten könnten. Allerdings sei dafür ein konsequenter Infrastrukturausbau notwendig. Dies ist in erster Linie die Verbesserung der Deutschen Bundesbahn, die Verlagerung von Gütern auf andere Verkehrswege und den Abschied vom herkömmlichen Verbrennungsmotor bis zum Jahr 2030.  Methan als Kraftstoff biete an sich beste Voraussetzungen für die weitere Effizienzsteigerung motorischer Antriebe. Allerdings müssten die Motoren stärker als bisher auf die spezifischen Eigenschaften des Kraftstoffes Gas hin optimiert werden. Eine bloße Anpassung von Diesel- oder Benzinmotoren führe zu nicht optimalen Lösungen.

Hohes Potenzial für Biomethan, SNG und Wasserstoff aus erneuerbaren Energien

Biomethan, synthetisches Naturgas (SNG) – ein aus Biomasse gewonnener Ersatz für Erdgas – und Wasserstoff aus erneuerbaren Energien könnten perspektivisch einen nennenswerten Beitrag zur Kraftstoffversorgung leisten und zu einer erheblichen Klimaentlastung führen, den Bedarf aber nur anteilig decken. Derzeit werde das Potenzial von Biomethan aus Reststoffen nicht annähernd ausgeschöpft. Für eine verstärkte Nutzung von Biomethan im Verkehr seien zusätzliche Anreize notwendig. Die Perspektiven von SNG und Wasserstoff in der mobilen Anwendung seien angesichts offener technischer und wirtschaftlicher Fragen gegenwärtig noch nicht abschließend einzuschätzen – hier seien weitere Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen notwendig, um die Kosten zu senken und die Wirkungsgrade zu verbessern. Abhängig von den verfügbaren Energieträgern, der verfügbaren Technik und den Kosten würden sich für die verschiedenen Verkehrsbereiche unterschiedliche Antriebslösungen etablieren – die Vielfalt werde zunehmen, prognostizierte Bottermann.

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Text / Foto: Thomas Kamp-Deister
30.06.2016

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