Landtagspräsident Kuper: „Friede in Europa rechtfertigt jede Mühe“

Landtagspräsident André Kuper und Diözesankomitee-Vorsitzende Notburga Heveling beim Neujahrsempfang der Laienvertretung in Münster.

Landtagspräsident André Kuper und Diözesankomitee-Vorsitzende Notburga Heveling beim Neujahrsempfang der Laienvertretung in Münster.

Bistum Münster. Zum Engagement für das „Friedensprojekt Europa“ hat NRW-Landtagspräsident André Kuper aufgerufen. Viele nähmen die Wohltaten eines vereinigten Europas gern in Anspruch, verweigerten sich aber zunehmend den Grundlagen und Pflichten, sagte Kuper am Samstag (13.01.2018) in Münster. Beim Neujahrsempfang des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster appellierte der CDU-Politiker: „Der mehr als 70 Jahre währende Friede in Europa rechtfertigt jede Mühe und Anstrengung in die Zukunft.“

Kuper bezog in seinem Festvortrag vor rund 200 Vertretern aus Politik, Kirche und Gesellschaft auch Position zu europakritischen Haltungen und dem Agieren einiger EU-Länder wie Ungarn, Slowenien oder Polen. Wörtlich sagte er: „Die nationalstaatlichen Agitateure mögen hier und da Sand ins Getriebe der europäischen Idee streuen können, den Motor Europas werden sie auf Dauer nicht stoppen können.“ 

Warnung vor „Kapitulation des Menschlichen“


Die Frage der globalen Migration kann Europa nach Meinung des Landtagspräsidenten allein nicht lösen. Aber „ein Europa, das sich auf christlich-jüdische, humanistische und abendländische Werte beruft, muss im Einzelfall anders beherzt reagieren, als Slowenien und Ungarn es gerade zeigen“. Kuper warnte in diesem Zusammenhang vor einer „Kapitulation des Menschlichen“.

Nachdrücklich rief der Festredner zu einer Fortsetzung des Dialogs mit EU-kritischen Staaten auf – etwa auf Ebene von Städtepartnerschaften oder im kirchlichen Austausch. Ebenso müsse man an den gewachsenen Beziehungen zu Großbritannien festhalten: „Wir gehören zusammen“, so Kuper.

Noch ausbaufähig ist nach seiner Darstellung der muslimisch-christliche Dialog. Dabei gehe es nicht um Gleichmacherei, sondern um Verständigung. Dabei seien die Menschenrechte nicht verhandelbar und stünden in einer Zivilgesellschaft an oberster Stelle. Zugleich rief Kuper zu einer Bekämpfung des islamischen Antisemitismus auf.

Heveling: Europa steht für Freiheit und Toleranz


In ihrer Begrüßung hatte die Vorsitzende des Diözesankomitees, Notburga Heveling, auf die „historische Errungenschaft“ des seit Jahrzehnten dauernden Friedens in Europa hingewiesen. „Es ist grandios, was sich in 70 Jahren entwickelt hat: ein Europa, das aus seiner kulturellen, religiösen und politischen Vielfalt lebt, in dem das, was uns verbindet wichtiger ist als das, was uns trennt, in dem solidarisch Verantwortung füreinander übernommen wird.“ Europa stehe für Freiheit, Menschenrechte, Toleranz und Demokratie. Das erfahre jeder täglich „und wir können stolz darauf sein“. Das „Projekt Europa“ zukunftsfähig zu machen ist nach Hevelings Worten „eine riesige und ständige Herausforderung“.

Münsters Bischof Dr. Felix Genn ermunterte die diözesane Laienvertretung und die katholischen Verbände zum Engagement für Europa. Gleichzeitig dankte er für den bisherigen Einsatz der Laien in diesem Bereich. Er gehöre nicht zu denen, die in den Abgesang auf die katholischen Verbände einstimmten. Mit Blick auf die Altersstruktur vieler katholischer Gruppierungen meinte er: „Auch Ältere können noch sehr lebendig sein.“

Mit Blick auf den im Mai stattfindenden Katholikentag in Münster ermunterte der Bischof zur Beschäftigung mit dem Leitwort „Suche Frieden!“. Die Katholiken sollten sich dieses Motto zu eigen machen, damit es nicht nur eine Überschrift sei, sondern im Leben wirksam werde. Das Engagement für den Frieden sei ein fortlaufender Prozess, der Versöhnung ermögliche.

13.01.2018

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