Bistums-Delegation reist nach Ghana und feiert 35-jähriges Jubiläum

Die Bistumsdelegation Notburga Heveling, Dr. Kajo Schukalla und Sarah Czichowsky (von links) trafen mit Vertretern aus der Provinz Tamale zusammen, darunter Bischof Richard Baawobr (links) und Bischof Alfred Agyenta.

Bistum Münster. Die Partnerschaft des Bistums Münster mit der Kirchenprovinz Tamale in Ghana feiert Jubiläum: Seit 35 Jahren pflegen 35 Pfarreien enge Kontakte zu Pfarreien in dem westafrikanischen Land. Auf Einladung der nordghanaischen Bistümer nutzte eine dreiköpfige Delegation diesen Anlass, um die fünf Partnerdiözesen Damongo, Navrongo-Bolgatanga, Tamale, Wa und Yendi zu besuchen und das Jubiläum zu feiern.

Notburga Heveling, Vorsitzende des Diözesankomitees der Katholiken im Bistum Münster, Sarah Czichowsky, Vertreterin der katholischen Studierenden- und Hochschulgemeinde (KSHG), und Dr. Kajo Schukalla vom Sachausschuss Weltkirche, beide auch im Arbeitskreis Ghana des Diözesankomitees, nutzten acht Tage lang die Chance zum gegenseitigen Erfahrungsaustausch. „Nicht nur die Dauer und die große Beteiligung von Pfarreien sind ein Merkmal der Partnerschaft, sondern auch die Tatsache, dass sie von engagierten Laien initiiert wurde“, betont Heveling.

Die Delegation nahm an sechs Konferenzen mit diözesanen Partnerschaftskomitees teil. Deutlich wurde dabei die Sorge über den in Nordghana spürbaren Klimawandel. „Verursacher des globalen Klimawandels sind die Industriestaaten“, berichtet Schukalla und ergänzt: „Vor allem die besondere Verantwortung der Christen in Deutschland wurde hervorgehoben.“ Die 2015 vereinbarten nachhaltigen Entwicklungsziele der internationalen Staatengemeinschaft müssten vor allem im reichen Deutschland stärker verfolgt werden. Solidarität sei ein Schlüsselwort, das auch zwischen Nord und Süd gelten müsse.

Ebenfalls seien die Unterschiede zwischen der deutschen und der ghanaischen Ortskirche zur Sprache gekommen, sagt Sarah Czichowsky. „Während bei uns ältere Menschen das Bild in vielen Gemeinden prägen, ist es in Ghana die Jugend.“ In Deutschland würden Gemeinden zusammengelegt, in Nordghana komme es zu Pfarrgründungen. „Innerkirchlich sind dort Sorgen um christliche Familie und die Förderung von Bildung wichtige Themen“, berichtet Czichowsky. Weltkirchliche Partnerschaften könnten dazu einen Beitrag leisten.

Den Höhepunkt der Reise bildete eine Konferenz der gesamten nordghanaischen Kirchenprovinz anlässlich der 35-jährigen Partnerschaft sowie ein Gottesdienst in der Kathedrale in Bolgatanga, an dem auch die Bischöfe der fünf Bistümer teilnahmen. Mit einer Bilderausstellung präsentierten die Gemeinden Projekte und Aktivitäten aus den vergangenen Jahren. „Besonders die Lebendigkeit des Gottesdienstes hat mich tief beeindruckt“, blickt Heveling zurück, die eine Einladung zum Katholikentag im Mai 2018 in Münster aussprach. Als Zeichen für das Wachsen der Partnerschaft wurde nach dem Gottesdienst ein Baum gepflanzt.

Für Schukalla steht fest: Das Voneinander-Lernen solle in Zukunft stärker durch ein Miteinander-Lernen, -Arbeiten und -Glauben ergänzt werden. „Weltkirchliche Partnerschaft benötigt einerseits eine Spiritualität, die sie begleitet, und andererseits gegenseitige Unterstützung in Form von Projekten.“ Für Sarah Czichowsky gibt eine solche Partnerschaft die Möglichkeit, Weltkirche zu erleben: „Ich erlebe, was es heißt Christ zu sein in einer gemeinsamen Welt.“ Mit Gottes Kraft könnten die Menschen aller Kontinente und Kulturen gemeinsam etwas erreichen. „Etwas, das wir alleine nicht schaffen würden.“

Information

Die Bistumspartnerschaft mit der Kirchenprovinz Tamale entstand 1982 auf Initiative des damaligen Diözesankomitees der katholischen Verbände. Getragen wird sie in beiden Ländern auf Pfarreiebene von ehrenamtlichem Engagement in Partnerschaftskomitees. Um echte Partnerschaft statt Patenschaft zu leben, sind für die meisten Partner wechselseitige Besuche ein besonderes Anliegen.

Text/Foto: pbm
11.01.2018

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