„Angriff auf Arbeitnehmerschutz und den Sonntag“

Muss man Schuhe wirklich am Sonntag kaufen? - Das Diözesankomitee sieht das geplante „Entfesselungsgesetz“ der CDU/FDP-geführten NRW-Landesregierung kritisch.

Bistum Münster. Die Laien im Bistum Münster üben Kritik an der von der neuen NRW-Landesregierung geplanten Änderung des Ladenöffnungsgesetzes. Die angedachte Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage steht nach Ansicht des Diözesankomitees der Katholiken im Widerspruch zu dem in Grundgesetz und NRW-Landesverfassung festgeschriebenen Schutz des Sonntags.

Durch das so genannte „Entfesselungsgesetz“ will die CDU/FDP-geführte Landesregierung die Zahl der möglichen verkaufsoffenen Sonn- und Feiertage von vier auf acht verdoppeln sowie die Begrenzung der Ladenöffnungszeiten an Samstagen aufheben. In einem am Wochenende (21.10.2017) in Münster gefassten Beschluss des Diözesankomitees heißt es dazu: „Diese Erweiterungen sind Angriffe auf den Arbeitnehmerschutz, auf die gemeinsame Atempause unserer Gesellschaft und auf den Sonntag als Tag für religiöse Feiern, die vielfältigen Arten des Ehrenamts und freiwilligen Engagements in Kirche, Verbänden, Sport und Kultur sowie der Zeit für Familie.“

Die Verlängerung von Ladenöffnungszeiten ist nach Meinung der katholischen Laien keine schlüssige und wirksame Antwort auf die Konkurrenz des Online-Handels für den stationären Einzelhandel in Städten und Gemeinden. Bereits jetzt müssten 25 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sonntags etwa in der Pflege, zum Schutz der öffentlichen Sicherheit, im Gaststätten- und Hotelgewerbe oder bei Kulturveranstaltungen arbeiten. Dies sei kein Grund dafür, auch allen anderen Bürgerinnen und Bürgern den Sonntag zu nehmen. Zwar würden bestimmte Dienste am Sonntag benötigt, wie es das Arbeitszeitgesetz regele festgelegt – „dazu gehört nach unserer Meinung nicht das Einkaufen“, so das Diözesankomitee.

Der Beschluss zum Einsatz für den Sonntagsschutz war von der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) eingebracht worden, die sich bereits im Herbst 2016 massiv gegen verkaufsoffene Sonntage in Münster eingesetzt hat. In einem Bürgerentscheid am 6. November 2016 hatten sich die Münsteraner gegen verkaufsoffene Sonntage ausgesprochen.

Foto: Norbert Ortmanns, "Kirche+Leben"
21.10.2017

Diözesankomitee
der Katholiken

Ise Kamp (Geschäftsführerin)
Rosenstr. 17, 48143 Münster
T 02 51 495-563
F 02 51 495-561
Mail: dioezesankomitee@
bistum-muenster.de


Schwerpunkt

Gutes Leben für alle.